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EWAB und Zellenfertigung

Die U-förmige Zelle, eine konzeptuelle Metapher

Wenn Experten, Autoren und Berater den Unterschied zwischen einer alten funktionellen Fabrik und schlanker Produktion beschreiben, wird der Herstellungsprozess übertrieben vereinfacht dargestellt, wahrscheinlich, damit er auf eine einzige Seite passt.

Der alte Prozess wird als das Bild beschrieben, das die Herstellung in den 50er Jahren abgab, mit einer Reihe von Arbeitsstationen/Maschinen, die auf der Grundlage der Art der von ihnen durchgeführten Arbeitschritte zusammen angeordnet sind, mit Personal, das die Maschine manuell bestückt und entlädt. Die neue schlanke Methode wird oft so beschrieben, dass die Arbeitsstationen/Maschinen U-förmig entsprechend dem Prozess angeordnet sind, was den Bedienern ermöglicht, mehrere Arbeitsstationen zu bedienen und dabei so wenig wie möglich laufen zu müssen. Bereits Anfang der 70er Jahre wurden die Fertigungsanlagen in Europa nach Prozess und nicht nach Funktionalität angeordnet und verknüpft, und es wurde eine Automatisierung eingeführt, um Personal zu sparen und Durchsatz sowie Qualität zu verbessern.

Jeder, der schon einmal in der realen Produktionspraxis gearbeitet hat, weiß, dass die manuelle Handhabung von Hochpräzisionsteilen und die Qualitätsanforderungen sich nicht vertragen und dass die manuelle Handhabung zu mehr Fehlern führt als sonstige Arbeitschritte. Dennoch es ist interessant festzustellen, dass so viele Menschen diese konzeptuelle Metapher in Zeiten extremer Teilequalitätsanforderungen für die erste Wahl als Fertigungsmethode halten.

Die EWAB-Materialflusstechnik kombiniert die funktionelle Fabrik und die Fließfabrik

Unterschiedliche Fabrikfunktionsweisen, wie zum Beispiel die funktionelle Fabrik und die Fließfabrik, haben jede ihre Vorteile, widersprechen sich aber. Sowohl die Transferlinie als auch die Zellenmethode sind Versuche einer Fließfabrik, aber keine der beiden Varianten bietet den erforderlichen Verschlankungsgrad.

Die EWAB-Materialflusstechnik wird mit „Pull-und-Rerouting“-Funktionalitäten ausgelegt, als funktionelle Fabrikanordnung zu Wartungszwecken, jedoch mit gleichzeitiger Wirkung als Fließanordnung, um für maximalen Durchsatz zu sorgen!

U-förmige oder reihenförmige Anordnung

Die U-förmige Fließanordnungskonfiguration ist zu bevorzugen, da sich Zufuhr und Entnahme am selben Ende befinden können, der Materialfluss „außen“ stattfindet und die Bediener und Wartungspersonal „innen“ ausreichend Platz haben.

In vielen Fabriken herrscht Platzmangel, was zu einer langen und schmalen Anordnung führt. Diese lange und schmale Anordnung erlegt sowohl den Arbeitsgängen als auch Wartungsarbeiten Grenzen auf, die sich schlimmstenfalls sogar zum Engpass bezüglich eines optimalen Durchsatzes entwickeln können.

Selbst der einfachste Prozess kann vielfältig konfiguriert sein. Die meisten Anordnungen sind traditionell und enthalten Engpässe, welche „Pull-und-Rerouting“-Funktionalitäten verhindern.

Die Transferlinie

Die Methode der sequentiellen Transferlinie war viele Jahre lang beliebt, beschränkt sich jetzt jedoch auf sehr spezielle Prozesse. An Transferlinien denkt man oft, wenn es um Förderausrüstungen geht. Die Konfiguration mit parallelen Arbeitsgängen ohne übergreifende Zufuhrfunktionalität wird am häufigsten verwendet. Diese Konfiguration kann bestenfalls begrenzte Rerouting-Funktionalitäten bieten. Die Transferlinie ist zumeist eine Anfertigung auf Kundenwunsch und kann kaum wiederverwertet bzw. rekonfiguriert werden.

Arbeitszellen

Ein weiterer Trend ist die Arbeitszellenmethode, in der jeder Arbeitsgang/jede Maschine mehr oder weniger eine isolierte „Insel“ darstellt. Dieses Konzept ist einfach zu verstehen und zu implementieren, jedoch sehr schwierig zu verwalten, da es Überwachungssysteme und häufig Computersoftware erfordert, um den Prozess zu verfolgen und zu überprüfen, weil ein unkontrollierter Fluss von Chargen zwischen den Inseln zum Chaos führt. Unabhängige Arbeitszellen bieten weder die kybernetische Pull-Funktioalität noch die Rerouting-Funktionalität, die der Einzelstückfluss erfordert.

Die Überlegung hinter dem Konzept einer Arbeit mit vielen unabhängigen Arbeitszellen besteht darin, die Flexibilität zur Herstellung einer großen Vielfalt von Produkten mit geringer Nachfrage zu erzielen und dennoch die hohe Produktivität der Massenproduktion beizubehalten. Die Anordnungen tendieren dazu, zu funktionellen Anordnungen anstatt zu Fließanordnungen zu werden, wenn Flexibilität die Haupttriebkraft ist. Hohe Flexibilität und große Volumen funktionieren nicht gut zusammen, da große Volumen in einer Arbeitszellenumgebung viele unnötige Bewegungen und ein Ansammeln von Beständen verursachen und die Qualität und den Durchsatz verringern.

Viele Unternehmen haben sich an der Zellenmethode versucht, mussten jedoch dann in der realen Praxis feststellen, dass sie im Widerspruch zu sämtlichen Elementen der „sieben Arten der Verschwendung“ steht, weil sie zu ihrer ordnungsgemäßen Funktion Bestände zwischen den Arbeitszellen erfordert. Viele Berater bewerben dennoch die Arbeitszellenmethode, denn es handelt sich dabei um eine Lösung, die ein Berater vorschlagen kann, ohne dafür verantwortlich sein zu müssen.

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